„Perspektive 2030+“

Landesbezirk konkretisiert Zukunftsprozess

Knapp 90 Funktionäre aus dem Landesbezirk Rheinland-Pfalz/Saarland trafen sich Mitte Juni, um ihre Erwartungen an eine weiterhin eigenständige und zukunftsorientiert handelnde IG BCE zu formulieren. Zugegeben: In einer Zeit des tiefgreifenden Strukturwandels, angetrieben durch internationalen Wettbewerb, Digitalisierung und den Weg hin zum nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaften ist das kein einfaches Unterfangen. Doch die Gewerkschaft stellt sich auch dieser Herausforderung.

Axel Stefan Sonntag

Zukunftsworkshop Rund 90 IG-BCE-Funktionäre folgten der Einladung nach Nierstein.

„Ob Energiewende, Wirtschaftskrise oder Globalisierung – wir hatten schon immer die Kraft, uns nicht nur auf Veränderungen einzustellen, sondern sie aktiv im Sinne der Beschäftigten zu gestalten“, rief Petra Reinbold-Knape, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand, den knapp 90 Teilnehmern des Zukunftsworkshops zu.

Gewerkschafter entwickeln Zukunftsszenarien

In kleinen Gruppen diskutierten die ehrenamtlichen Arbeitnehmervertreter gemeinsam mit den Hauptamtlichen der IG BCE thematisch unterschiedliche, mögliche Zukunftsszenarien, wie sich Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit im Jahr 2030 darstellen könnte. „Bei der Tarifpolitik wird es dann vor allem darum gehen, welche Branche einem Arbeitnehmer den besten Einklang zwischen Familie und Beruf bieten wird“, prognostiziert Katja Marx, Betriebsratsvorsitzende von Zschimmer & Schwarz, eine aus ihrer Sicht wichtige Erwartung, die Menschen an eine Zukunftsgewerkschaft stellen. „Wenn wir uns mit jungen Kollegen unterhalten, ist  heute schon klar, dass die Bezahlung für sie nicht mehr das wichtigste ist.“

Konstruktiv-kritisch setzten sich die Mitglieder der IG BCE mit ihrer eigenen Gewerkschaft auseinander. Michael Settinger, seit vergangenem Jahr neues Mitglied im Betriebsrat der Villeroy & Boch AG, vermisst mehr Perspektiven für junge Menschen, die sich jahrelang in die Arbeit der Bezirksjugendausschüsse einbrachten „und dann, nur weil sie Mitte/Ende 20 sind, in ein Loch fallen.“ Er fordert in der Organisation einen „fließenden Übergang“, damit sich der Betriebsrats- und IG BCE-Nachwuchs weiter gewerkschaftlich beteiligen kann. 

Gegenseitige Vernetzung der Betriebsräte 

Einen engen Austausch und mehr zielgerichtete Kommunikation wünscht sich Yves Geiger, Betriebsratsvorsitzender bei Saint-Gobain Isover G+H in Speyer. „Mein Zukunftsthema ist zum einen, dass sich Betriebsräte noch stärker untereinander vernetzen, um das jeweils beste Best-Practice-Beispiel bei sich umzusetzen.“ An die Gewerkschaft adressiert regt er an, die Vielzahl an Informationen und Veröffentlichungen neu zu strukturieren, sie zielgerichteter zu gestalten. Zwei Forderungen, die Geiger auch auf bezirklicher Ebene in den Szenarien- und Strategieprozess der IG BCE einbrachte. 

Klar für viele Teilnehmer war auch: Die Sozialpartner müssen die Innovationen der Industrie und deren Engagement in puncto Klimaschutz besser nach außen hin verkaufen. „Da muss mehr Zusammenarbeit, auch zwischen den einzelnen DGB-Gewerkschaften stattfinden“, erwartet BASF-Betriebsrätin Mandy Koch. Momentan ginge es in allen Medien einzig und alleine um die Wunderwaffe Elektromobilität. „Doch die Kehrseiten der E-Autos, beispielsweise bei der Lithium-Gewinnung oder der Batterieentsorgung, greifen nur wenig Journalisten auf“, beobachtet sie. „Dabei haben wir als Industrie mit der Brennstoffzelle längst eine echte Alternative entwickelt“, so Koch. Für diese Technik müsse mehr Öffentlichkeitsarbeit stattfinden. 

Das Ziel: Mehr Ressourcen für die Bezirke 

Petra Reinbold-Knape zeigte sich mit diesen und einer Vielzahl weiterer, vor Ort entwickelter Ansätze sehr zufrieden: „Wir diskutieren unsere Ideen intensiv und setzen Ergebnisse gemeinsam um“, betonte sie einmal mehr die besondere Stärke, die die IG BCE ausmache.

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    Axel Stefan Sonntag

    Rund 90 IG-BCE-Funktionäre folgten der Einladung nach Nierstein.

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