Chemie-Tarifrunde Rheinland-Pfalz endet ohne Ergebnis

Chemie-Beschäftigte erwarten deutliche Entgelt-Erhöhungen statt einmalige Sonderzahlung

Die erste Verhandlungsrunde für die rund 69.000 Beschäftigten in der rheinland-pfälzischen Chemie-Industrie endete ergebnislos. Die Tarifkommission der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Rheinland-Pfalz zeigt sich überrascht: „Die Arbeitgeber freuen sich über zweistellige Zuwächse bei Umsätzen und Aufträgen. Jetzt, pünktlich zur Tarifrunde, stellen sie diese als Sonderkonjunktur dar“, beschreibt Landesbezirksleiter und Verhandlungsführer Roland Strasser die unterschiedlichen Auffassungen zur Entwicklung der Branche.

Hasübert

Tarifrunde Chemie 2018 Sprechblasenaktion der Tarifkommission während der Tarifverhandlung

Noch im November 2017 kommunizierte der Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz die um 13,7 Prozent gestiegenen Umsätze sowie das Plus von 11 Prozent bei den Aufträgen. „Wir blicken auf eine sehr gute wirtschaftliche Situation in 2017 zurück, die Prognosen für 2018 sind grundsätzlich positiv. Eine Entwicklung, wie sie längst nicht nur bei der BASF feststellbar ist. Auch bei vielen klein- und mittelständischen Betrieben läuft es rund“, beschreibt Tarifkommissionsmitglied und BASF-Betriebsrätin Silke Burger die Situation der Branche insgesamt. „Deshalb erwarten wir unseren Anteil und werden unsere Forderungen in den kommenden Wochen mit betrieblichen Aktionen untermauern.“

Die IG BCE Rheinland-Pfalz bleibt auch nach dem Ende der ersten Verhandlungsrunde bei ihren Forderungen:Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6% bei einer Laufzeit von 12 Monaten

  • Erhöhung des zusätzlichen Urlaubsgeldes für Vollzeitbeschäftigte von zzt. 20,45€ auf 40€ pro Urlaubstag
    (Auszubildende: von zzt. 449,94 € auf 900€ jährlich)
  • Vor dem Hintergrund steigender Belastungen, rasant wachsender technologischer Veränderungen und dem Wunsch der Beschäftigten nach mehr Zeitsouveränität, die sich an den jeweiligen Lebensphasen orientiert, wird eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung bestehender Arbeitsbedingungen erwartet.

Didier Krause, Betriebsratsvorsitzender Boehringer Ingelheim und Tarifkommissionsmitglied: „Beschäftigte müssen das „Wie“ und „Wo“ ihrer Arbeitszeit mehr selbstbestimmen können. Ein Großteil unserer Mitarbeiter leistet Vertrauensarbeitszeit. Dann aber ist es auch nur konsequent, mobil bzw. von zuhause aus arbeiten zu dürfen, wenn es von den Aufgaben her möglich ist. Dieser zweite Schritt muss kommen – bei uns, wie in der Branche insgesamt. 

Die IG BCE Rheinland-Pfalz hat den laufenden Entgelttarifvertrag für die Chemische Industrie Rheinland-Pfalz zum 31.07.2018 gekündigt. Die Tarifkommission des Landesbezirks hat nun die Bundestarifkommission der IG BCE damit beauftragt, in den bundesweiten Tarifverhandlungen weiter zu verhandeln. 1. Verhandlungstermin ist der 05.09.2018.

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