Papier-Tarifrunde

Interview mit Thomas Lampart

Die Tarifrunde 2019 für die rund 40.000 Beschäftigten in der Papierindustrie hat begonnen. Die Bundestarifkommission der IG BCE stellte in Offenbach ihre Forderung auf. Thomas Lampart, Mitglied der Kommission, spricht im Interview über die Forderungen.

Andreas Mann

Thomas Lampart, Mitglied der Papier-Bundestarifkommission.
31.01.2019
  • Von: Alexander Reupke

Was sind eure Forderungen für die Papier-Tarifrunde?
Wir fordern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent, eine Verdopplung des Urlaubsgeldes sowie eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Wir haben flächendeckend Probleme, junge Menschen für eine Ausbildung in der Papierindustrie zu gewinnen, denn die Anforderungen sind groß: Wir haben einen hohen technischen Anspruch und viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten auf Schicht. Deshalb brauchen wir entsprechende Löhne und Gehälter, um die Beschäftigten für ihre anspruchsvolle Arbeit wertzuschätzen. Besonders unsere Forderung nach einer Verdoppelung des Urlaubsgeldes ist absolut gerechtfertigt,
da der Betrag seit vielen Jahren nicht mehr erhöht wurde. Bei dieser jährlichen Einmalzahlung profitieren die unteren Lohn- und Gehaltsgruppen besonders stark.

Ihr fordert auch eine Gleichstellung zwischen qualifizierter gewerblicher Tätigkeit (Löhne) und Angestelltentätigkeit (Gehälter). Warum ist das notwendig?
Wir wollen mit den Arbeitgebern einen konkreten Zeitplan festlegen und die Verhandlungen für einen neuen Entgeltrahmentarifvertrag im Anschluss an diese Tarifrunde aufnehmen. Der Tarifvertrag stammt aus den 60er-Jahren. Darin findet sich immer noch eine Differenzierung zwischen den kaufmännischen, technischen Gehältern sowie den gewerblichen Löhnen. Trotz vergleichbarer Ausbildung laufen die Bezüge auseinander. Diese Unterscheidung passt nicht mehr in unsere heutige Zeit.

Was erwartest du von den diesjährigen Verhandlungen?
Ich erhoffe mir Verhandlungen auf Augenhöhe mit dem gegenseitigen Willen, einen zukunftsfähigen Abschluss zu gestalten. Die Arbeitgeberseite sollte nicht nur mit der Kostenseite argumentieren, da es auch um zukunftsfähige Arbeitsplätze geht. Wir haben jetzt die Möglichkeit die Papierindustrie gemeinsam voranzubringen.

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